Cholesterin – Nutzen und Risiko

Dr. med. univ. Markus Moser
Letzte Aktualisierung: 28. März 2025
Cholesterin hat einen schlechten Ruf und ist dennoch ein essenzieller Bestandteil des menschlichen Körpers. Da erhöhte Cholesterinwerte jedoch mit einem Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Verbindung gebracht werden, ist eine differenzierte Betrachtung notwendig. In diesem Blogpost werden folgende Fragen beleuchtet:
- Welche Funktion hat Cholesterin im Körper?
- Cholesterin-Typen (LDL und HDL)
- Welche Ursachen führen zu erhöhten Cholesterinwerten?
- Welche gesundheitlichen Risiken bestehen und welche Unterschiede gibt es zwischen Männern und Frauen?
- Wie kann das individuelle (Cholesterin-) Risiko bewertet werden?
- Welche diagnostischen Methoden sind sinnvoll?
- Wie lässt sich das Cholesterin am besten senken?
- Die Cholesterin-Kontroverse – Fakten zur „Cholesterin Lüge“.
Welche Funktionen hat Cholesterin im Körper?
Cholesterin gehört zu den Lipiden (wie Lipoprotein A und Apo B), die in jeder Körperzelle vorkommen und für viele lebenswichtige Prozesse verantwortlich ist. Es wird zu etwa 80 % in der Leber produziert, während die restlichen 20 % über die Nahrung aufgenommen werden.
Die Funktionen von Cholesterin sind vielfältig.
- Strukturelle Bedeutung: Bestandteil jeder Zellmembran sorgt für Stabilität und Flexibilität.
- Hormonproduktion: Cholesterin ist Vorläufer für Steroidhormone wie Östrogen, Testosteron und Cortisol.
- Gallensäuren: Cholesterin wird für die Bildung von Gallensäuren benötigt, die die Fettverdauung unterstützen.
- Vitamin-D-Synthese: Cholesterin dient als Ausgangsstoff für die körpereigene Produktion von Vitamin D.
LDL und HDL – die beiden Cholesterine differenziert betrachtet
LDL-Cholesterin (Low-Density Lipoprotein) wird populärmedizinisch als „schlechtes“ Cholesterin bezeichnet, da es sich potenziell in den Arterien „ablagert“ und zur Entstehung von Plaques und Gefäßverengungen (Arteriosklerose) beitragen kann. Lebensmittel, die LDL erhöhen können, sind z.B. gesättigte (meist tierische) Fettsäuren (z. B. fettreiche Fleischprodukte, Butter, Sahne, Käse), Trans-Fettsäuren (z. B. industriell hergestellte Backwaren, Frittierfette) und zuckerreiche sowie stark verarbeitete Lebensmittel.
HDL-Cholesterin (High-Density Lipoprotein) gilt als „gutes“ Cholesterin, da es überschüssiges Cholesterin aus dem Blut zur Leber transportiert, dort wird es abgebaut oder weiterverarbeitet.
Lebensmittel, die das vermeintlich „gute“ HDL-Cholesterin erhöhen können, senken gleichzeitig das vermeintlich schlechtere LDL-Cholesterin. Deshalb sind diese Lebensmittel besonders empfehlenswert:
- Omega-3-Fettsäuren, z. B. Lachs, Makrele, Leinöl, Walnüsse
- ungesättigte Fettsäuren, z. B. Olivenöl, Avocados, Mandeln, Nüsse, fetter Fisch
- ballaststoffreiche Lebensmittel, z. B. Haferflocken, Hülsenfrüchte, Vollkornbrot
Regelmäßige körperliche Aktivität trägt ebenfalls zur Erhöhung des HDL-Spiegels bei.
Welche Ursachen führen zu erhöhten Cholesterinwerten?
Erhöhte Cholesterinwerte können durch lebensstilbedingte Faktoren, durch Erkrankungen und genetische Veranlagungen entstehen.
Lebensstilfaktoren, die das Cholesterin beeinflussen können, sind ungesunde Ernährung, vor allem Konsum tierischer Produkte, konsekutives Übergewicht, Rauchen sowie Alkoholkonsum. Bewegungsmangel verringert das HDL-Cholesterin.
Erkrankungen wie die Schilddrüsenunterfunktion führt häufig zu erhöhten Cholesterinwerten, aber auch das Cushing Syndrom oder die Cholestase. Genetisch bedingte Fettstoffwechselerkrankungen wie die fam. Hypercholesterinämie, zeigen oftmals ein Profil mit sehr hohen LDL-Cholesterin-Werten.
Auch hormonelle Veränderungen, wie bspw. in den Wechseljahren bei Frauen, können zu einer schädlichen Veränderung des Lipidprofils führen.
Welche gesundheitlichen Risiken bestehen und welche Unterschiede gibt es zwischen Männern und Frauen?
Erhöhte Cholesterinwerte verursachen in der Regel, genau wie Bluthochdruck keine unmittelbaren Beschwerden, worin die große Gefahr liegt. So werden diese häufig erst beim ersten Kardiologie- oder Hausarztbesuch entdeckt. Ein dauerhaft erhöhter Cholesterinspiegel kann langfristig zu arteriosklerotischen Veränderungen (umgangssprachlich „Arterienverkalkung“) und damit zu einem erhöhten Risiko für Herzinfarkt oder Schlaganfall führen.
Dabei gilt es zu verstehen, dass erhöhte Werte keine Gefährdung im Sinne einer akuten Erkrankung darstellen, sondern über Jahre zu schwerwiegenden und instabilen Veränderungen an den Gefäßen führen können. Blutfette sind ein Puzzleteil zur kardiovaskulären Risikostratifizierung neben weiteren Faktoren wie Bluthochdruck, Diabetes mellitus, Rauchen, Adipositas, einer positiven Familienanamnese für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und auch erhöhtem Lipoprotein A.
Welche geschlechtsspezifischen Unterschiede sind vorhanden?
Männer entwickeln oft früher kardiovaskuläre Erkrankungen, da sie nicht wie Frauen hormonell geschützt sind.
Bei Frauen steigt das Risiko nach der Menopause deutlich an, da sich der natürliche Hormonhaushalt verändert.
Wie kann das Cholesterinrisiko bewertet werden?
Hohes Cholesterin ist ein wesentlicher Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Eine frühzeitige Abklärung beim Kardiologen ist sinnvoll, besonders, wenn folgende Diagnosen vorliegen:
- Bluthochdruck (Hypertonie)
- Diabetes mellitus
- Übergewicht
- familiäre Belastung
- Niereninsuffizienz
Einerseits kann das individuelle Risiko ermittelt und andererseits schon frühzeitig interveniert werden.
Mit dem Score -Rechenmodell kann der Kardiologe das individuelle Risiko eines Patienten berechnen.
Das SCORE2-Modell (Systematic COronary Risk Evaluation) berechnet das 10-Jahres-Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall bei Erwachsenen im Alter von 40 bis 69 Jahren. Es berücksichtigt die Faktoren Alter, Geschlecht, Raucherstatus, systolischer Blutdruck, LDL-Cholesterin und Diabetes mellitus.
Das individuelle Risiko wird in vier Kategorien eingeteilt (niedrig, moderat, hoch, sehr hoch) und hilft Ärzten, präventive Maßnahmen gezielt anzupassen. Das Modell wird von der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) empfohlen und bietet eine präzisere Risikoabschätzung als frühere Modelle.
Welche diagnostischen Methoden sind sinnvoll?
Wie wird Cholesterin eigentlich gemessen und bewertet?
Die Bestimmung des Cholesterinspiegels erfolgt durch eine Blutuntersuchung, bei der neben dem Gesamtcholesterin auch LDL, HDL und Triglyceride analysiert werden. Zudem ist die Bestimmung von Lipoprotein A und ggf. Abo B sinnvoll.
- LDL-Werte sollten unter 115 mg/dL liegen.
- HDL sollte über 40 mg/dL (Männer) bzw. über 50 mg/dL (Frauen) liegen.
- Triglycerid Werte gelten bis 150 mg/dL als normal.
- Lipoprotein A sollte unter 50 mg/dL sein.
Neben der klassischen Laboranalytik gewinnt die bildgebende Diagnostik zunehmend an Bedeutung. Besonders die Ultraschalluntersuchung der arteriellen Gefäße (Carotis-Sonographie, Beckengefäß- und Aorta Sonographie) gilt laut Leitlinie als sog. Modifikator und ermöglicht eine frühzeitige Erkennung atherosklerotischer Veränderungen.
Infos zum Lipoprotein A
Lipoprotein(a) ist ein Blutfettpartikel, das strukturell dem LDL-Cholesterin ähnelt, jedoch durch das zusätzliche Apolipoprotein(a) charakterisiert ist. Diese einzigartige Struktur ermöglicht es Lp(a), sich stärker an Gefäßwände zu binden und gleichzeitig die Fibrinolyse zu hemmen, was sowohl atherogene als auch thrombotische Effekte verursacht. Die Konzentration im Blut wird überwiegend genetisch bestimmt und bleibt wahrscheinlich lebenslang stabil. Jeder Erwachsene sollte Lp(a) mindestens einmal im Leben messen lassen. Bei familiärer Häufung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder bereits bekanntem erhöhtem Wert sollten auch Verwandte getestet werden.
Ein Lp(a)-Wert >60 mg/dl verdreifacht das Risiko für atherosklerotische Ereignisse wie Herzinfarkte. Die Kombination mit erhöhtem LDL-Cholesterin potenziert das Gefährdungsprofil. Therapeutische Ansätze umfassen ein aggressives LDL-Management bei vorliegender Atherosklerose. Lebensstiländerungen wie Ernährung oder Sport zeigen keine direkte Wirkung auf Lp(a), weshalb die Optimierung begleitender Risikofaktoren entscheidend ist. Neue Medikamente, wie Antisense-Oligonukleotide, befinden sich in der Entwicklung, sind aber noch nicht breit verfügbar.
Im folgenden Videovergleich zeigen wir eine gesunde Gefäßstruktur im Halsbereich (Carotis) und eine zweite Aufnahme mit erkennbarer Plaquebildung. Die Untersuchung erfolgt per Carotis-Doppler-Sonographie, einer bildgebenden Methode, die frühzeitig Gefäßverengungen durch Cholesterinablagerungen sichtbar machen kann. Sie ist ein wichtiger Bestandteil der kardiologischen Diagnostik – besonders bei Risikopatienten.
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Mehr InformationenWie lässt sich das Cholesterin am besten senken?
Zur Cholesterinsenkung gibt es unterschiedliche medikamentöse und konservative Therapieansätze. Wichtig sind hierbei die gezielte Anamnese und präzise Diagnostik, damit eine individuelle Herangehensweise definiert werden kann. Im Folgenden zeigen wir verschiedene Therapiemöglichkeiten, die im Idealfall miteinander kombiniert werden.
Ernährung und Lebensstil
Eine cholesterinbewusste Ernährung mit einem hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren, Omega-3-Fettsäuren und Ballaststoffen können das LDL senken. Besonders vegane und vegetarische Ernährung gilt erwiesenermaßen als förderlich und das nicht nur für das Herz-Kreislaufsystem.
Regelmäßige Bewegung und Sport fördern zudem ein gesundes Lipidprofil.
Stressmanagement und psychologische Unterstützung
Chronischer Stress fördert Entzündungsprozesse und gilt als Risikofaktor, der Cholesterinwerte negativ beeinflusst. Psychokardiologische Ansätze sollen dabei helfen, Stress zu erkennen und positiv zu beeinflussen.
Medikamentöse Maßnahmen mit Statinen, Ezetemib, Bempedoinsäure oder PCSK9-Hemmern – Wirkungsweise und Kontroversen
Statine hemmen ein Enzym in der Leber, das für die Cholesterinproduktion verantwortlich ist. Sie haben sich als hochwirksam zur Senkung des LDL-Spiegels erwiesen. Nebenwirkungen wie Muskelschmerzen, Leberbelastung und ein erhöhtes Diabetesrisiko sind dokumentiert.
Ezetimib hemmt die Resorption von Cholesterin im Dünndarm und reduziert die Aufnahme von Cholesterin aus der Nahrung sowie aus der Galle um etwa 50%. Eine Senkung des Gesamt- LDLs um bis zu 20% ist möglich. Das Präparat wird auch als Kombination mit Statinen angeboten und ist ein sehr verbreitetes Kombinationspräparat.
Bei der Bempedoinsäure handelt es sich um ein Prodrug, das in der Leber aktiviert wird. Diese aktive Form hemmt ein wichtiges Enzym (ATP-Citrat-Lyase), das für die Cholesterinproduktion in der Leber zuständig ist. Durch diese Hemmung wird weniger Cholesterin in der Leber hergestellt, weshalb die Leber mehr Rezeptoren herstellt, die LDL-Cholesterin aus dem Blut aufnehmen. Dadurch sinkt der LDL-Cholesterinspiegel im Blut.
Alternativen wie der moderne PCSK9-Hemmer, der gezielt die LDL-Rezeptoren beeinflusst, zeigen großartige Ergebnisse. Gerade für Hochrisikopatienten sind diese Hemmer eine effektive Option zur klassischen Statin-Therapie, z. B. für Patienten mit Unverträglichkeiten.
Was ist ein PCSK9-Hemmer?
Ein PCSK9-Hemmer ist ein modernes cholesterinsenkendes Medikament, das den Abbau von LDL-Rezeptoren in der Leber reguliert und zu einer starken Senkung des LDL-Cholesterins führen kann – oft um mehr als 50 %.
Geeignet sind PCSK9-Hemmer für Patienten mit sehr hohen Cholesterinwerten, die trotz Statinen keine ausreichende Senkung erreichen oder die Statine nicht vertragen. Auch für Patienten mit familiärer Hypercholesterinämie (eine Fettstoffwechselstörung, die einen sehr hohen Cholesterinspiegel verursacht) sind PCSK9-Hemmer geeignet. Sie werden als Spritze verabreicht (meist alle 2–4 Wochen, Inclisiran alle 6 Monate) und haben sich zu einem game-changer entwickelt.
Dr. med. univ. Markus Moser empfiehlt: „In der Regel wird mit einer Statintherapie begonnen und dann ggf. mit den anderen Substanzen weiter eskaliert bis der Ziel Wert erreicht wird. Statine sind eine kostengünstige und meist gut verträgliche Therapie. Im Idealfall verspürt der Patient keinerlei Nebenwirkungen, mit einer Blutabnahme nach 4 Wochen kann der Erfolg gemessen werden.
Eine genaue Diagnose, die Berücksichtigung der persönlichen Lebensumstände und Hintergründe gilt es im Gespräch mit dem Kardiologen zu erörtern und ganzheitlich zu betrachten, damit eine individuelle Therapie möglich ist.“
Die Cholesterin-Kontroverse – Fakten und Mythen
In den letzten Jahrzehnten wurden kritische Stimmen laut, die den direkten Zusammenhang zwischen Cholesterin und Herz-Kreislauf-Erkrankungen infrage stellen und das Cholesterinthema als eine Erfindung der Pharmaindustrie darstellen. Spätestens seit der Veröffentlichung des Buches „die Cholesterin-Lüge“ durch Walter Hartenbach oder „Cholesterin, der große Bluff“ einer Arte Dokumentation aus 2016 ist eine spürbare Verunsicherung bei Patienten bemerkbar.
Woher wissen wir, dass eine Senkung des Cholesterins zu einer Prognoseverbesserung führt?
Die Cholesterinrezeptoren wurden von den beiden Nobelpreisträgern Goldstein und Brown 1974 entdeckt. Damals konnten Sie bereits aufzeigen, dass ein extrem niedriger LDL-Cholesterinspiegel von 25–50 mg/dL (regelhaft bei gesunden Neugeborenen) völlig ausreichend für unsere körperlichen Funktionen ist. Die 1984 publizierten Framingham-Studie, in der über 400.000 Menschen einbezogen waren, zeigte dass Cholesterin der Risikofaktor Nummer 1 für die Entstehung eines Herzinfarkts darstellt. Schon 1994 wurde mit der „Scandinavian Simvastatin Survival Study“ mit 4444 Patienten nachgewiesen, dass Statine wirksam gegen Herzinfarkte aber auch Schlaganfälle sind. Seitdem gibt es eine Vielzahl an Studien, die diese Wirkung bestätigt haben.
Wie tief kann das LDL-Cholesterin gesenkt werden und woher weiß man das?
Bei der Geburt zeigen Neugeborene in Blutabnahmen ein sehr niedriges LDL Cholesterin von 25-50 mg/dL. Auch bei Säugetieren wurden sehr niedrige LDL Werte gemessen, was zum Schluss geführt hat, dass niedrige Werte kein Nachtteil sind. Ein sehr interessanter Aspekt kommt aus der Genforschung:
Hier sorgte die Dallas Heart Study für Aufregung. In dieser ging es um sogenannte „loss of function mutationen“ bei PSCK9 Genen. Das PCSK9 ist ein Enzym, das verantwortlich ist für die Cholesterinsynthese. Bei der Dallas Studie fanden sich bei Probanden mit afroamerikanischer Abstammung solche PCSK9-Gen-Varianten mit einem Funktionsverlust. Die Träger der „Loss-of function“-Mutation des PCSK9 Gens wiesen im Vergleich zu Nichtträgern deutlich niedrigere Plasma LDL-C-Konzentrationen auf. Dadurch fanden sich etwa 28% niedrigere LDL-C-Konzentrationen und deutlich weniger Herzinfarkte. Diese Forschungsergebnisse waren als ein Meilenstein für die Entwicklung der PSCK9 Hemmer als Medikament zu beurteilen, was einen Durchbruch in der Cholesterin Therapie darstellte.
Untersuchungen mit intravaskulärem Ultraschall (IVUS) ergaben, dass es bei sehr niedrigen LDLC- Spiegeln unter 70 mg/dl zu einem Rückgang der arthrotischen Plaques kommt. Auch darauf stützen sich die aktuellen Empfehlungen. In den aktuellen Leitlinien wird betont, dass bei Patienten mit hohem Risiko (zum Beispiel Diabetes mellitus) der LDL-Cholesterinwert auf unter 70 mg/dl gesenkt werden soll. Bei Patienten mit sehr hohem Risiko (zum Beispiel nach einem Herzinfarkt oder einer Stentimplantation) wird eine Senkung auf unter 55 mg/dl angestrebt. Wahrscheinlich kann das Cholesterin sogar noch weiter gesenkt werden – zum Schutz der Gefäße.
Insgesamt stützt sich unser Wissen über das Cholesterin aus Klinik- und Registerstudien sowie molekulargenetischer Forschungen. Dieses Thema kann als eines der am besten evaluierten Gebiete in der inneren Medizin betrachtet werden.
Ein differenzierter Blick auf den Gesamtmetabolismus, auf Entzündungsmarker und individuelle Risikofaktoren ist deshalb notwendig.
Einschätzung von Dr. med. univ. Markus Moser: „Die Cholesterin-Frage ist ein Thema, das mich jeden Tag beschäftigt. Die Studienlage dazu ist eindeutig, der Zusammenhang zwischen Cholesterin und Herzkreislauferkrankungen ist nicht zu leugnen. Dennoch handelt es sich um ein Themengebiet, das behutsam besprochen werden muss, da sie für den Betroffenen Veränderungen mit sich bringen kann. Seien es Lebensstiländerungen, die uns natürlich nicht leichtfallen oder sogar eine erste Tablette, was eine ebenso große Hürde darstellen kann. Letztlich muss das Gesamtrisiko betrachtet und eine individuelle Empfehlung ausgesprochen werden. Die primäre Cholesterinfrage bedarf oft keiner akuten Behandlung, man hat auch Zeit sich dem Thema zu nähern“
Umfassende Patientenbetreuung in der Privatpraxis von Dr. med. univ. Markus Moser
In der Kardiologie in Berlin Mitte von Dr. Moser wird sich für jeden Patienten viel Zeit genommen. Das individuelle Gespräch und die Anamnese sowie die körperliche Untersuchung stehen im Vordergrund. Moderne Diagnostik-Methoden, maßgeschneidert auf den Patienten abgestimmt, unterstützen eine stringente Vorgehensweise. Dabei ist ein Ziel auch die konkrete Risikoanalyse, die gerade auch bei erhöhten Cholesterin-Werten oder bei Bluthochdruckpatienten wichtig sein kann.

Über den Autor:
Liebe Leserinnen und Leser, mein Name ist Dr. med. univ. Moser und als Kardiologe in Berlin Mitte verfolge ich bei meinen Patientinnen und Patienten einen ganzheitlichen, psychokardiologischen Ansatz. So wird neben körperlichen Aspekten ergründet, ob auch seelische bzw. psychische Faktoren für auftretende Symptome verantwortlich sein könnten. Über einen Klick auf den nachfolgenden Button erhalten Sie weitere Informationen zu meiner psychokardiologischen Praxis.
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